Erbrecht

Testament erstellen – Was Sie unbedingt regeln sollten

Ein selbst geschriebenes Testament ist schnell aufgesetzt – aber noch schneller ungültig. Wer seine Angehörigen schützen will, sollte die wichtigsten Regeln kennen.

Person unterzeichnet Dokumente – Symbolbild Testament

Testament erstellen – Was Sie unbedingt regeln sollten

Viele Menschen schieben das Thema Testament vor sich her. Dabei kann ein fehlendes oder fehlerhaftes Testament dazu führen, dass das Vermögen nicht dorthin gelangt, wo man es sich wünscht – oder dass die Familie nach dem Tod unnötigen Streit hat.

Gesetzliche Erbfolge vs. Testament

Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge nach §§ 1924 ff. BGB:

  • 1. Ordnung: Kinder und Kindeskinder
  • 2. Ordnung: Eltern und Geschwister
  • 3. Ordnung: Großeltern und deren Abkömmlinge

Ehepartner erben je nach Güterstand neben den Kindern in der Regel 1/4 bis 1/2 des Nachlasses.

Was die gesetzliche Erbfolge nicht berücksichtigt:

  • Lebensgefährten ohne Trauschein erben gar nichts
  • Stiefkinder sind nicht automatisch gesetzliche Erben
  • Freunde, Vereine oder gemeinnützige Zwecke werden übergangen

Das handschriftliche Testament

Ein privatschriftliches Testament ist form- und kostenlos – muss aber vollständig von Hand geschrieben und unterschrieben sein. Tippt man auch nur ein Wort am Computer, ist das Testament unwirksam.

Was es enthalten sollte:

  • Klare Bezeichnung als “Mein Testament” oder “Mein letzter Wille”
  • Vollständige Benennung der Erben mit vollständigem Namen
  • Ort, Datum und Unterschrift am Ende

Häufige Fehler bei Testamenten

Unklare Formulierungen: “Meine Tochter soll das Haus bekommen” – wenn Sie mehrere Töchter haben, ist das mehrdeutig und streitanfällig.

Vergessene Pflichtteilsansprüche: Kinder und Ehepartner haben immer einen Pflichtteil – auch wenn man sie enterbt. Das lässt sich nicht vollständig umgehen, aber gut planen.

Kein Ersatzerbe benannt: Was passiert, wenn der eingesetzte Erbe vor Ihnen stirbt? Ohne Ersatzerbeneinsetzung gilt die gesetzliche Erbfolge für diesen Anteil.

Notarielles Testament – wann es sich lohnt

Ein notarielles Testament bietet gegenüber dem handschriftlichen einige Vorteile:

  • Es wird beim Nachlassgericht hinterlegt und kann nicht verloren gehen
  • Es ersetzt den Erbschein, was Verwaltungsaufwand erspart
  • Der Notar prüft die rechtliche Wirksamkeit

Insbesondere bei größeren Vermögen, Immobilien oder familiären Sondersituationen (Patchworkfamilien, Unternehmensnachfolge) ist ein notarielles Testament empfehlenswert.

Ich berate Sie zu allen Fragen rund um Erbrecht und Nachlassplanung – gerne auch in einem ersten kostenlosen Beratungsgespräch.